Bastelecke: Wartung GS

Weil fast alles so gut erreichbar ist, wird gerne an den Flat-twin geschraubt.
Kommentare,Anregungungen, Hinweise sind erbeten. e-mail

### der ganze Kram,... wie üblich - auf eigene Gefahr. ###

  Ventilspiel
 

Bei der Ventilspielkontrolle halte ich mich an die Vorgaben,
d.h. unbedingt auch die Kopfmuttern lösen und anziehen.
Damit hatte ich auf 140.000km keine Probleme, es wir allerdings bsp.-weise im HPN Forum geraten, die Bolzen nur bei Bedarf also leckenden Dichtungen nachzuziehen um kaputten Gewinden vorzubeugen.
Mit dem Axialspiel muß ich dank einteiliger Kipphebelböcke nicht mehr herumschlagen.
Dabei stelle ich 0.10 am Einlaß sowie 0.15 am Auslaß ein, seit einigen Jahren gibt BMW 0.20 für Auslaßventil an, was ich aber für zu groß halte. Hintergrund seitens BMW war es die Neigung zum Einschlagen der Ventile zu reduzieren, bzw. auch bei überzogenen Wartungsintervallen noch Reserven zu haben.
Durch die unterschiedliche Wärmedehnung von Stoßstangen und Zylinder wird das Ventilspiel bei warmen Motor größer, deshalb das Ventilspiel bei kalten/handwarmen Motor einstellen. (Bei den Moto Guzzi's ist es gerade umgekehrt.) Am besten geeignet zur Ventilspielkontrolle sind Fühlerlehren in 0,01-Schritten, so kann man zuverlässig das Ventilspiel bestimmen.
Erhält man im Fachhandel für etwa 20.- DM, eigentlich gedacht zur Kontrolle an Motoren mit obenliegender Nockenwelle und Shims. Großes Kipphebelaxialspiel führt effektiv zu größerem Ventilspiel; Der Kipphebel wird dabei von der Stößelstange um die Achse bewegt aber eben auch soweit es das Axial-Spiel zuläßt nach oben, die Bewegung der Stößelstange wird nicht vollständig in eine Kippbewegung umgesetzt. Deshalb immer auch das Axialspiel kontrollieren und gegebenenfalls einstellen. Die Distanzstücke gibt es bei BMW.
Tip: 360 Grad der Kurbelwelle entsprechen bei eingelegten fünften Gang knapp 1/4 Umdrehungen am Hinterrad.
Und mit einem optimierten Ventiltrieb macht das ganze etwas mehr Spaß.


  Ölwechsel
 

Das Öl versuche ich alle 7.500km zu wechseln, bin aber auch schon deutlich weiter gefahren (Schlampe ;-)).
Ob es dabei wirklich notwendig ist immer den Ölfilter zu wecheln wage ich mal zu bezweifeln.
Was aber passieren kann wenn der O-Ring des Filter am Ende ist kann man auf Kräwinkels Homepage nachlesen.
Alle 15.000 zusätzlich Getriebe und Kardanöl austauschen, nicht vergessen die Magnetölablasschraube zu reinigen. Ein Bekannter schwört auf SLICE 50; es reduziere Geräusche sehr deutlich und verbessere etwa das Einlegen des ersten Ganges, angesichts fast 70.- plus das normale Öl ist mir das etwas teuer! Zum Ölnachfüllen verwende ich den Einfüllstutzens eines Reservekanisters der paßt dann auch noch unter Sitzbank und ist billiger als Ventildeckel mit Einfüllstutzen.
P.S.: Beim örtlichen Brennstoffhändler kann man ( etwas Verhandlunggeschick vorausgesetzt) größer Gebinde deutlich günstiger Erstehen.


  Ölnebel
 

Bei ölenden Köpfen nicht einfach die Stehbolzen nachziehen, sondern wie bei der Ventilspielkontrolle lösen und neu anziehen.
Ölnebel unter dem Getriebe könnte auf einen defekten Kurbelwellendichtring hinweisen.
P.S.: Machen doch aus der Not eine Tugend, schließlich rosten verölte Teile nicht. ;-)


  Telegabel
 

Beim Gebrauchtkauf unbedingt auf undichte Simmerringe kontrollieren!
Wunderlich empfiehlt dem Gabelöl Teflon zuzusetzen,
was zu einem geringeren Losbrechmoment und damit sensibleres Ansprechen führen soll.
Indem man etwas Fett unter die Abstreiflippe der Simmerringe einbringt, dazu die Abstreiflippe vorsichtig (!) anheben,
kann man Lebensdauer der Simmerringe etwas verbessern.
Das Ansprechverhalten wird auch etwas besser, und eine geringe Undichtigkeit wird soweit abgedichtet
das man den lästigen Simmerringtausch bis zum Herbst rausschieben kann.
Nur Fett verwenden das Gummi nicht angreift. (Säurefrei )


  Vergaser
 

Penible Syncronisation der beiden 40'er Bing Vergaser bringt deutlich Laufruhe, bei den SLS (Sekundär Luft System) Modellen ist das allerdings (fast) nur mit einem Syncrontester möglich. Die SLS-Motoren reagieren mit großer Verzögerung auf Einstellveränderungen. Ich benutzte einen Syncrontester von POLO für etwa 100.-DM mit dem ich keine Probleme habe (Zeigerdämpfung brauchbar - aber nicht optimal), außerdem wurde er irgendwo Testsieger, glaube das war im MO. Praktisch: die Anschlußschläuche passen exakt zur GS, so das die Meßuhren auf den Tank geschnallt werden können.
TIP: Ventilspiel sollte stimmen, dazu neue Kerzen und sauberen Luftfilter.

Und noch zwei Tips von Michael Oetken:
Da ich auch längere Zeit mit Unterdruckuhren (ich glaube, die waren von Polo) herumgedocktert habe,
was jedoch nie so ganz einwandfrei klappte (Vergleichsmessung mit BMW-Werkstattester)
bin ich an die Fa. MD Messtechnik in Ulm geraten (Tel.: 0731 92 66 341),
im web unter: http://www.projekt-messtechnik.de erreichbar
Die haben ein enorm präzise arbeitenden Tester gebaut. Arbeitet nicht mit Druckdosen sondern ermittelt auf elektronischem Weg ein Differenzmessung. Funktioniert klasse, ist aber auch nicht ganz billig (ca 260 DM).


  Scheibenbremse
 

Wer seine Scheibenbremse Überholen will und neue Kolben einbauen will, bekommt diese nicht bei BMW. Die wollen gleich eine neue komplette Zange an den Mann bringen. Einen Reparatursatz gibt es dort nicht. Fündig geworden bin ich bei Moto Spezial in Gomadingen. Die machen zwar in Guzzi haben aber auch alles für die Brembo-Zange meiner GS auf Lager gehabt.


  Paralever-Schwinge
 

Korrekte Anzugsmomente der Schwingenbolzen belohnen mit optimalen Lauf- und Federungseigentschaften.



Noch ein Tip:
Norbert hat auf seiner Homepage die technischen Daten, Microfiche, Reifenfreigaben, Verschleißteile und Zubehör für die R80/100 GS zusammengetragen.

 







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