Mopeds: BMW R100GS

Nach mittlerweile 27 Jahren mit meiner GS kann ich sagen:
- ein Motorrad das fast alles mit macht
- einfach und kostengünstig zu warten ist
- zuverlässig und unauffällig funktioniert
- über einen Motor mit Charakter verfügt
- und auch heute noch einen hohen Spaßfaktor bietet, vielleicht auch gerade weil kein unnötiger SchnickSchnack daran ist.
  • Top:
    Das BMW Baukastensystem in Verbindung mit hoher Modellkonstanz führt dazu das der Zubehör und Ersatzteilmarkt praktisch jeden Wunsch erfüllt, meist zu halbwegs realistischen Preisen, daher auch große Auswahl an Tunern und Zubehöranbietern.
    Einfache Technik, vergleichsweise leichtes Gewicht/ niedriger Schwerpunkt.
    . . . . etwas optimiert: geiles Moped! ;-)
  • Flop:
    Bremsen: waren auch damals nicht State of the Art - aber das kennt man ja von BMW - selbst das neue Intregral-ABS hat ja die Aufmerksamkeit des KBA erregt...! ;-)
    Federelemente: legendär: die verbogenen Dämpferstangen des Federbeines, aber auch die Gabel verwindet sich und leistet ihre Arbeit nicht immer optimal.

  • Umbauten, Verbesserungen & Tuning
    Das erste Goodie an meiner GS: Q-Tech Doppelzündung - runder Motorlauf gerade auch bei niedrigen und mittleren Drehzahlen, bessere Gasannahme, senkt den Verbrauch um etwa 0,5Liter/ 100km. Wärmstens zu empfehlen, Q-Tech liefert wie der Name schon nahe legt hohe Qualität ... mehr dazu.
    Versierte Bastler bauen den Hallgeber zur Not auch selbst um. Siehe Krähwinkels BluePrintPages.
  • Den HPN Ölkühlerthermostat halte ich für sinnvoll weil er die Warmlaufphase deutlich verkürzt bzw. bei kühlem Wetter und/ oder geringer Belastung den Ölkühler gar nicht erst öffnet. Alternativ: größere Ölwanne (weniger Panschverluste) durch größeres Ölvolumen stabilere Temperatur. ... mehr dazu
  • Die Optimierung des Ventiltriebes mit einteiligen Kipphebel-Lagerböcken, erleichteren Kipphebel sowie den Q-Tech Innensechskant Einstellschrauben reduziert die Geräusche aus dem Ventiltrieb und bereitet jedesmal Freude beim Ventile einstellen! ... mehr dazu
  • Richtig vorwärts ging es bei der Motorrevision im Frühjahr 2000 mit den Fallert 1000cm³ Kurzkolben: heftiger Anzug, Power gerade aus dem Drehzahlkeller und ab 6.000 Umdrehungen geht es noch mal richtig ab. ... mehr dazu
  • Seit die GS die Garage mit einer 400er EXC teilt, war klar:
    "die alte Dame muss abspecken". Der entscheidene Impuls kam dann als ich bei ebay günstig ein für die GS
    passend gemachtes LC4 Alu Heck geschossen habe. Also der ganze PD-Kit weg, ersetzt durch den 19 Liter Tank sowie eine lenkerfeste Lampenmaske mit IMO-Tacho und schon die GS wäre ein deutliches Stück leichter. Mitte 2005 ging es los:
  • Sturzbügel und Motor/ Auspuff - schutz abmontiert, wegen des fehlenden Bügels wurde der vorhanden Ölkühler mit längeren Schläuchen mittig verlegt. Ich habe Hydraulikschläuche mit innenliegender Stahlflex-Einlage verwendet - die bekommt man beim Landmaschinenbedarf auf Maß angefertigt. [Preise: TT 64€, Landmaschinenbedarf 45€]
  • Nachdem ich lange Zeit die Ursache für ausgehende Blinker in der Schaltereinheit gesucht hatte - bin durch Zufall auf dieses Thema beim Boxer-Forum gestossen, also Blinkrelais in Alufolie gewickelt und dieses nervige Problem gelöst.
  • Hawker Gelbatterie - wegen den häufige berichteten Problemen erst einmal auf Eis gelegt! Update: Gel-Batterien benötigen eine höhere Ladespannung, bei FernReiseTeile findet man geeignete Laderegler und/ oder LiMa-Teile.
    LiFe Akkus würden sicherlich nochmals eine deutliche Gewichtsreduzierung bringen, allerdings scheint die Verkabelung aufwändig und wie sich der Akku im Winter verhält?
  • Tuning & Revision der Original-Gabel
    Um das nervige, schwamige Fahrverhalten der Gabel in den Griff zu bekommen habe ich lange mit dem Gedanken gespielt eine andere Gabel in die GS zu implantieren - der erhebliche Aufwand wie etwa Aufspindeln der Gabelbrücken/ Anpassen der neuen Gabelbrücken/ Ändern des Federwegs und Bremsenadapter haben mich davon abgehalten. Also habe die originale Gabel einer Revision unterzogen und vernünftig eingestellt - der (überraschende) Lohn: eine Gabel die mit der ich jetzt sehr zufrieden bin! ... mehr dazu
  • Statt der sündteuren Q-Tech/ AlphaTech Fussrasten habe ich XT600-Rasten verwendet, lediglich an den Anschlägen muss etwas Material aufgeschweißt werden, bringt dann die Rasten etwa 1,5cm tiefer.
  • Die GS speckt ab - im Verbindung mit dem 19 Liter Tank, dem lenkerfestem Cockpit, dem schlichtem Weglassen aller nicht wirklich notwendigen Bauteile und dem LC4 ALU Heck entfallen ~30 Kilogramm unnötiger Ballast, doch schon beim ersten Rollout mit dem LC4 ALU-Heck fällt sofort die Überlänge des Hecks auf, also musste die aufgepolsterte LC4 Sitzbank um 15cm gekürzt werden um ausgewogene Proportionen zu erreichen. ...mehr dazu
  • Die Defekt - Liste - was so an der GS erneuert werden musste und hier nochmal alle relevanten Veränderungen im Überblick.

 Modellpflege R100GS
Treffen der Generationen 1987 Markteinführung, Fahrwerk mit Paralever-Schwinge.
1988 Vorstellung des Paris-Dakar (Paralever, 35Liter-Tank), weicher abgestimmtes Serienfederbein;
1990 Sportfahrwerk mit WhitePower-Elementen erhältlich, Hinterradbremsbacken mit neuer Lagerung, Belagbreite von 25 auf 27,5mm vergrößert.
1991 Schwimmend gelagerte Bremsscheibe vorn, Bilsteinfederbeim mit einstellbarer Dämpfung, rahmenfeste Verkleidung mit Rechteckscheinwerfer, neue Instrumente, Lenklager mit Feingewindeeinstellung, Armaturen der K-Reihe, flacher Front-Kotflügel, Edelstahlschalldämpfer, versenkter Tankdeckel, neue Sitzbankpolsterung.

 Datenblatt
Motor:

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, Kurbelwelle längsliegend, eine untenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, zwei über Stoßstangen und Kipphebel betätigte Ventile pro Zylinder, Naßsumpfschmierung, Bing-Gleichdruckvergaser mit Ø 32 mm, kontaktlose Transistorzündung, Sekundärluftsystem(SLS), E-Starter, Drehstromlichtmaschine 240 W, Batterie 12 V/25Ah, Verdichtung 8,2 : 1,
Bohrung x Hub: 94 x 70.6 mm, Hubraum: 980 cm³
44 KW (60PS) bei 6.500 Umdrehungen
76 Nm bei 3.750 Umdrehungen
Kraftübertragung:
Primärantrieb über Zahnräder, mechanisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan, Primärübersetzung: 1.00, Sekundärübersetzung: 3.20, Getriebeübersetzung: 4.40/2.86/2.07/1.67/1.50
Fahrwerk:
Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, Telegabel Gleitrohrdurchmesser Ø 40 mm, Zweigelenk-Einarmschwinge aus Alu-Guß, ein Federbein, mit verstellbarer Federbasis und Zugstufendämpfung, Scheibenbremse vorn mit Zweikolbensattel Ø 285 mm, Trommelbremse hinten Ø 200 mm, Federweg v/h: 225/ 180 mm, Speichenräder v/h 1.85 x 21/ 2.50 x 17, Reifengrößen v/h 90/90 T21/ 130/80 T17;
Messwerte:
Gewicht : ~236kg ( meine HP1: 205kg! ), Max. 420kg
VMax : ~180km/h
Verbrauch : ~ 6.5 l/100km
Preis:
Man erinnere sich - selbst für die letzten R80GS Basic verlangte man bei BMW 15959.-DM

 Reifen
Nein, das ist nicht meine! So in der Art könnte sie aber mal aussehen. GS vom Römer TeamGekauft habe ich sie mir Metzler Enduro4 die zurecht einen Ruf als Dauerläufer (>> 15.000km) geniesen, die Flanken haben aber eine ungünstige stark abfallende Struktur so das die Aufstandsfläche mit zunehmender Schräglage immer kleiner wird, und für einen Reifen der Enduro im Namen führt erschreckend wenig Negativprofil. Für den ruhigen Straßenfahrer der nicht unbedingt den Ulimativen Grip braucht. O.K.das ist meine Einschätzung, 'Motorrad' findet den Reifen ja ganz toll. Straße.
Der Enduro3 (Originalbereifung) paßt sehr gut zum Charakter der GS, und macht weder Off noch On-Road eine schlechte Figur, der Vorderreifen könnte im Dreck aber mehr Führung bieten.
Der Grip ist O.K. beginnt aber in Schräglage gutmütig wegzulaufen. Allrounder.
Durch dick und dünn geht es mit dem Continental TKC80 - dank der MS-Kennung sogar legal. (Vmax 160km/h !) Auch auf der Straße beitet der Stollenreifen erstaunlich viel Grip und Schräglagenfreiheit, dieser wird durch hohen Verschleiß erkauft; 3 bis 5 tkm. Geländeorientiert.
Am Strand auf SardinienDer Michelin T66 bietet (warmgefahren) sehr guten Grip, bei gleichzeitig moderatem Verschleiß, hält bei mir etwa 10.000km. Schwachpunkt des T66 ist jedoch sein kriminelles Verhalten bei Nässe und Bitumenstreifen. Straße.
Sehr zufreiden bin ich mit den neuen Tourance von Metzeler - beste Rückmeldung von der Strße, bester Grip und moderater Verschleiß! Fällt auf der GS-Felge ziemlich rund aus. Straße.
Zum Spaß werde ich mir den Pirelli MT60, als reinen Straßenreifen, aufziehen, dem man Mördergrip nachsagt, oder hat jemand Erfahrung mit dem Pirelli
Bleibt noch Auzumerken das das Fahrwerk sich leicht durch abgefahrene Reifen aus der Ruhe bringen läßt

 Mein Fazit
Auch in Zeiten einer R1 kann ein Moped mit nur 60PS richtig Laune machen. Man sollte aber Spaß am Schrauben haben, dann kann man sich mit (relativ) überschaubaren Budget ein schöneres, leichteres und kräftigeres Motorrad basteln.

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