Mopeds: Kawasaki KLR600

Die KLR war mein erstes richtiges Motorrad und mit 27/42PS leitungsmäßig im Vergleich zur XL natürlich ein echter Hammer. Die KLR 600 mit Baujahr `84 und damals 28.000km hat mich 2.900 DM gekostet. War aber trotzdem zu teuer, denn am Rahmenheck war eine Strebe gebrochen und der Motor (und eigentlich der ganze Bock) war zeimlich fertig. Habe halt Lehrgeld zahlen müßen. EndurowandernBei den ersten Baujahren war der Steuerkettenspanner zu schwach dimensioniert was zu einigen kapitalen Motorschäden führte, unbedingt darauf achten das der robustere Spanner der neueren Modelle bzw der der GPZ eingebaut ist. Den originalen Tank habe ich gegen einen 18 Liter Tank vom Acerbis getauscht um die Reichweite zu erhöhen. Dieser Tank paßt nur mäßig und sitzt wenn man die mitgelieferten Halterungen nutzt sehr hoch, deshalb habe ich an die Originalen Halterungen Verbreiterungen angebracht so das der Tank tiefer sitzt. Es gibt noch einen 21 Liter Tank der zwar besser paßt aber auch mehr kostet. Bei Kilometerstand 40.000km habe ich ein Scottoiler montiert (ein automatisches Kettenschmiersystem), ansonsten ist die KLR original geblieben. Sinnvoll wäre allerdings defintiv hochwertige Federelemente und eine Stahlflexbremsleitung (vorne) gewesen. Nachdem die KLR bereits 2 Übermaßkolben gefressen hatte und über 70.000km auf der Uhr hatte wurde sie in Heidelberg nähe Hauptbahnhof an einem Sonntag Nachmittag gestohlen. Sie tauchte jedoch nach 2 Wochen wieder auf ...leider hatte der Arsch auf seiem Weg zum Lenkkopfschloß die komplette Armatureneinheit zerstört bzw. entfernt. Der Ersatz der Armaturen hätte 1.700.-DM gekostet, also habe ich einen Sigma Fahrradtacho montiert, der übrigens sehr praktische Features wie etwa Uhrzeit, Fahrzeit, Hi-Speed, usw bietet. Da auch die Federelemente ziemlich "durch" waren habe ich sie für 500.-DM an einen Arbeitskollegen vertickt, der sie noch heute fährt. Nach der Tengai hat Kawa die KLR eingemottet, um sie nach dem Desaster mit der KLX (teilweise nur 30PS bei 42PS im Brief) wieder "neu" aufzulegen mit angeschweißten Stahlheck, simpler Schwinge usw. Beim Gebrauchtkauf besonders auf Undichtigkeiten am Zylinderkopf achten (die Schrauben werden gerne zu fest angezogen und reißen dann aus ! max. 10Nm Drehmoment.). Der oft hohe Ölverbrauch in Verbindung mit wenig Ölvorrat hat einige Opfer gefordert, d.h. eine KLR gebraucht zu kaufen ist immer heikel. Die besten Erfahrungen was Ölverbrauch angeht habe ich mit Teilsynthetischem Öl Aluteile mögen Streusalz!gemacht. Wie üblich bei Japan-Enduros aus dieser Zeit rostet der Endtopf wie ein Schiffswrack. Zum Entdrosseln braucht man eigentlich einen neuen Vakuumkolben samt Membran, es reicht allerdings das vergaserseitige Loch im Kolben zuzukleben und schon dreht der Motor zügig in den roten Bereich. Mit der Zeit verschleißt die Führung der Bremszange, die Zange läßt sich dann nicht nur in Richtung 'auf-zu' bewegen, sondern auch zur Seite. Die Folge: die Beläge werden nicht mehr parallel auf die Scheibe gepreßt, sondern besonders am Rand der Scheibe - die Beläge verschleißen dann stark ungleichmäßig und die Bremswirkung geht gegen null. Dieser Effekt wird noch durch die lange Bremsleitung, die mit der Zeit immer flexibler wird, noch verstärkt. Vernünftige Abhilfe schafft hier eine Stahlfexbremsleitung in Verbindung mit einer neuen Bremszange - ich habe mich vor dieser Investition gescheut und einfach 1 Pfennigstück zwischen Bremshebel und Handkolben gefriemelt und einen Schweißpunkt auf die Gabel der Bremszange gesetzt um die Bremsleistung zu verbessern ! Aber solche Aktionen sind NUR für Doofe angebracht, schließlich ist Bremsanlage das wichtigste Teil am Bike. Wirklich empfehlenswert dagegen ein Kettenblatt mit weniger Zähnen, wie die meisten Einzylinder ist die KLR zu lang übersetzt damit im Datenblatt ein bessere Top-Speed Wert vermerkt werden kann.
Auf vielfachen Wunsch - Die Sache mit dem Kickstarter.


 Daten
Wassergekühlter Einzylinder-Viertakt Motor, zwei obenliegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder
Bohrung x Hub: 96.0 x 78.0 mm, Hubraum: 564 cm³
Verdichtung: 9,5 : 1
Leistung: 20kW (27PS) bei 6.000/min / Leistungsgesteigert: 30 kW (42PS)
Drehmoment: 39,7 Nm bei 3.000/min
Leergewicht : 145kg
Federweg v/h: 230 mm / 220 mm
VMax : 160km/h
Verbrauch : ~ 6,5 l/100km
 Reifen
Als ich die KLR fuhr habe ich mir noch keine Gedanken über Grip oder Selbstreingung gemacht,
was nicht ging, war halt nicht möglich. Deshalb hab ich immer die Metzler Enduro1 & 2 verwendet,
schließlich hatte mit diesen Reifen hatte ich nie Probleme. Laufleistungen um 12.000km,
soll`s abseits der Straße weitergehen muß es trocken sein sonst kann man gleich schieben,
oder eben den TKC 80 (Continetal) aufziehen.
 Plus
den Motor, der von 2.000 bis 8.000 Touren sauber hochdreht.
das Gewicht (~155kg Fahrfertig), dank vieler Aluteile wie Felgen, Rahmenheck, Alu-Excenter-Schwinge usw.
Fahrverhalten (solange die Dämpfer noch in Ordnung sind)

 Minus
zu kompliziert, anfällig.
die Bremsen
Ölverbrauch (meist um 1l auf 1000km bei nur 2l Ölmenge im Motor)

 Mein Fazit
Mit der KLR war Kawasaki der Zeit weit voraus ->Wasserkühlung, 4 Ventile, DOHC, Automatische Dekompression,
Tassenstössel, 2 Ausgleichswellen, Alu-Exzenter-Schwinge - genau das ist auch ihr großes Manko - die anfällige Technik
Besonders die ersten Modeljahre ab `84 (also KL600A). Würde ich heute nicht mehr kaufen, hat aber trotz Macken und Eigenarten viel Spaß gemacht.








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